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Hochschulpfarrerin Dr. Isolde Meinhard zum Thema Gesundheit an der FAU


Beim Thema Gesundheit denkt nicht jeder sogleich an Religion. Und doch hat unsere Hochschulpfarrerin Dr. Isolde Meinhard gute Argumente, wie (religiöse) Spiritualität unsere Gesundheit positiv beeinflussen kann. Seit Juni ist sie Mitglied im FAU-Team-BGM, einem Zusammenschluss gesundheitsrelevanter Akteure an der FAU. Die Projektstelle zum Gesundheitsmanagement freut sich sehr, Fr. Dr. Meinhard im Team begrüßen zu können und möchte in folgendem Interview etwas mehr über sie als Person und ihre gesundheitsrelevanten Angebote erfahren.

Fr. Dr. Isolde Meinhard, Sie sind Hochschulpfarrerin an der FAU. Erzählen Sie uns doch bitte kurz etwas über Ihren Hintergrund.

Ja. Ich bin evangelische Pfarrerin und habe evangelische Theologie studiert, und das gerne. Berufsbegleitend habe ich Kurse in Seelsorgeausbildung gemacht. In der Arbeit als Pfarrerin ist mir dann immer wichtiger geworden, dass es auch eine Erfahrungsbasis für den Glauben braucht. Und wenn es um diese Erfahrungen geht und um eine prinzipielle Ausrichtung auf Gott, dann stehen Unterschiede nicht so im Vordergrund. Ich habe viel und gut mit katholischen Kollegen und Gemeindemitgliedern zusammen gearbeitet, und hier auch gute Begegnungen mit muslimischen Gläubigen erlebt.

Was denken Sie über das Thema Gesundheit und wie hängen – Ihrer Meinung nach – Gesundheit und (religiöse) Spiritualität zusammen?

Dafür ist die körperlich-seelische Einheit wichtig, die ein Mensch bildet. Eine Einstellung im Denken und Wollen drückt sich auch in der körperlichen Erscheinung aus. Beides miteinander nennen wir „Haltung“. Ich habe immer wieder Kurse zur spirituellen Erfahrung mitgemacht, besonders zum Sitzen im Schweigen, habe mich auch mit Gebärdengebet beschäftigt und eine Praxis der Übung entwickelt. Es ist möglich, eine körperliche Haltung zu üben – und dadurch die innerliche Haltung zur Umwelt zu formen. In diesem Sinne eines längeren Weges trägt die spirituelle Praxis zur Gesundheit bei. Wo nun die einzelnen am besten die Quelle für ihre Spiritualität finden, das kann ganz verschieden sein.

Am Freitag, den 12.07.19 findet unter Ihrer Leitung ein Pilgerspaziergang im Sebalder Forst statt. Was können wir uns darunter vorstellen und finden diese regelmäßig statt?

„Waldbaden“ wird in Japan als Erholungsmethode wissenschaftlich untersucht. Der „Weg ins Wochenende“ verbindet die Tradition des Waldspaziergangs mit der des Pilgerns. Mit den Füßen und Sinnen präsent sein, die gedanklichen Fixierungen zurücklassen, im Atem gehen. Was sich auf tagelangen Wegen von selbst einstellt, kann mit etwas Anleitung auch im kurzen „Waldbad“ gelingen. Und so kann es vorkommen, dass Sie ganz kurz mal ganz weit weg sind.

Der nächste Pilgerspaziergang findet am Freitag, den 12.7. statt.
Start: 16.15 Uhr, Treffpunkt und Ziel Bushaltestelle Nikolaus-Fiebiger-Straße; Dauer ca. 2 1/2 Stunden.
Anmeldung bis Donnerstag, den 11.7., unter isolde.meinhard@fau.de

Und können Sie unseren Lesern noch weitere Ihrer Angebote empfehlen?

Etwas ähnliches wie die Pilgerspaziergänge biete ich zu Anfang eines neuen Jahres an. Da kommen alle aus der stillen Zeit „zwischen den Jahren“, und dann wird einfach das unterbrochene Semester fortgesetzt. Beim Sitzen in der Stille geht es darum, einen Weg zur innerlichen Ruhe einzuüben, auch wenn äußerlich viel los ist.
In manchen belastenden Lebenssituationen tut es gut, mit Menschen zusammen zu treffen, die dafür ein Verständnis haben und spezifische Ratschläge geben können. In diesem Sinn trifft sich eine Gruppe von Angehörigen dementiell erkrankter Menschen einmal im Monat.
Und gelegentlich möchten Leute ihre spezifisch religiöse, ihre theologische Einstellung klären oder vertiefen. So habe ich nun mehrmals mit Prof. Badawia dialogische Seminare zu Christentum und Islam angeboten.

Vielen Dank für das Interview. Weitere Informationen und Termine finden Sie unter https://www.fau.de/intranet/servicestellen/hochschulpfarramt/.