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Interview mit Jan Schackert zum „Jahresgespräch an der FAU“


Bild: Colourbox

Herr Schackert, Ende des vergangenen Jahres haben Sie das Jahresgespräch an der FAU neu eingeführt und dabei die Wichtigkeit für den gemeinsamen Arbeitsprozess betont. Warum ist aus Ihrer Sicht die Durchführung von Jahresgesprächen so bedeutend?

Dem Jahresgespräch kommt eine besondere Rolle zu, da es das Ziel verfolgt, das vergangene Jahr zu reflektieren und daraus abgeleitet in das neue Jahr zu schauen. Bei der Reflexion/dem Rückblick geht es vor allem darum, zu analysieren, was gut aber auch nicht so gut in der gemeinsamen Zusammenarbeit funktioniert hat und was die Gründe hierfür sein könnten. Hierfür ist eine gute Vorbereitung beider Gesprächsparteien notwendig, da das Jahresgespräch ansonsten nicht seine volle Wirkung entfalten kann. Ein Leitfaden zu einem Jahresgespräch hilft bei der Vorbereitung ungemein. Dementsprechend hebt es sich deutlich von dem typischen Tür-und-Angel-Gespräch ab. Ein Ausblick auf das kommende Jahr kann eigentlich nur gut gelingen, wenn sich beide Seiten darüber im Klaren sind, wie die Zusammenarbeit aktuell funktioniert. Realistische Zielsetzungen für die Zukunft sind dann leichter möglich. Jahresgespräche haben daher einen reflektierenden und planerischen Ansatz. Ich empfehle, Jahresgespräche am Anfang eines Jahres durchzuführen, da dies eine gute Gelegenheit ist, Vergangenes und Neues abzugrenzen.

Was ist für Sie ein gelungenes Jahresgespräch?

Ganz grob kann man sagen, dass das Ziel des Jahresgesprächs darin liegt, die Zusammenarbeit zu verbessern. Ein gelungenes Jahresgespräch ist daher dann erfolgt, wenn beide Seiten konstruktiv das vergangene Jahr aufgearbeitet haben und Ziele für das kommende Jahr definiert haben. Mit Zielen sind nicht nur einseitig Aufgabenstellungen von der Führungskraft an den/die Mitarbeitende gemeint, sondern dies können auch ganz einfache Zielsetzungen sein, wie z. B. eine bessere gegenseitige Kommunikation, regelmäßiges Feedback oder auch die Planung von gezielten Fortbildungsmaßnahmen. Vor allem die gezielte Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein zentrales Instrument des Jahresgesprächs.

Für eine gelungene Umsetzung von Jahresgesprächen sind zwei Grundsätze zu beachten. Zum einen geht es darum, wie oben bereits erwähnt, die Was-Fragen zu klären. Also was lief gut (Rückblick auf das vergangene Jahr) oder was soll noch passieren (Ausblick auf das kommende Jahr)?. Mindestens genauso wichtig sind die Wie-Fragen. Wie wurde zusammengearbeitet und wie kann man die Ziele für das kommende Jahr erreichen?. Auch für die Durchführung von Jahresgesprächen ist das Wie sehr entscheidend. Deswegen ist die Einhaltung der Feedbackregeln für die Durchführung von gelungenen Jahresgesprächen sehr wichtig.

Wie hängen – Ihrer Meinung nach – das Jahresgespräch und Gesundheit zusammen?

Zum einen tragen konstruktive Jahresgespräche dazu bei, gegenseitige Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsaufgaben oder auch der Arbeitsinhalte deutlich zu machen. Für das eigene Wohlbefinden und das Stresslevel ist es wichtig zu wissen, dass man die gestellten Aufgaben tatsächlich schaffen kann. Sind die Erwartungen/Verantwortungen mit realistischen Zielen verbunden, dann schafft dies Orientierung und Motivation für die Jahresgesprächsteilnehmer. Dies trägt unmittelbar zur psychischen Gesundheit bei. Zum anderen können in Jahresgesprächen auch grundlegende gesundheitsrelevante Punkte thematisiert werden, wie z. B. der gegenseitige Umgang oder auch die Arbeitsplatz-/Umgebungsbedingungen. Ein positives und wertschätzendes Arbeitsumfeld sind hierfür die Basis. Bei den Arbeitsplatzbedingungen sind z. B. Lärm oder wie aktuell Infektionsgefährdungen gesundheitsrelevant.

Wo bekommen ich weitere Informationen über die Durchführung eines Jahresgesprächs?

Die Personalentwicklung steht Ihnen für Ihre Fragen zur Vorbereitung auf das Jahresgespräch gerne zur Seite. Interessierte können sich gerne direkt an mich wenden. Auch auf unserer Personalentwicklungs-Webseite finden Sie weitere Informationen zum Thema Jahresgespräche und zum Thema Feedback. Sollten Sie darüber hinaus Fragen zu eventuellen Fortbildungsangeboten für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben oder sie sich selbst für eine Fortbildung interessieren, steht Ihnen Frau Melek Aydin gerne beratend zur Verfügung.

Kurze Beschreibung zur Person:

Jan Schackert ist Referatsleiter für Personalentwicklung und Familienservice an der FAU und setzt sich u.a. mit Fragestellungen zur Zusammenarbeit und Führung auseinander.

Kontakt:

Tel.: 09131/85-70289

E-Mail: jan.schackert@fau.de